Samstag, 5. November 2011

Medikationseinstellung...

Heute haben wir beim Lieblingskind mit der Einstellung auf Methylphenidad begonnen... gestern hatten wir hierzu unseren Beratungstermin bei unserem Arzt...

Wir haben ja lange gezögert... aber mittlerweile ist Benny so in einer negativen Spirale gelandet, dass er die Schule nicht mehr mag und wirklich zunehmend ungern hin geht. Es gibt Tage da läuft es richtig gut und dann aber wieder die vielen Tage, wo es ebend gar nicht klappt... da ist er so aufgedreht und rastlos... Woran das liegt, lässt sich in den meisten fällen nicht feststellen. Er sagt auch selber, dass er vieles gerne anders lösen möchte, es aber dann in der Situation selber nicht klappt... Um diesen Negativtrend noch rechtzeitig zu durchbrechen, bevor es sich endgültig so festfährt war der Grund., dass wir uns jetzt doch zur Medikation entschlossen haben... Ich habe die letzen Wochen jede Menge Literatur zu diesem Thema verschlungen und denke, dass ich gut informiert bin.

Nun schauen wir mal... heute morgen musste er seine erste halbe Tablette nehmen... das bleibt so für die nächsten drei Tage und dann wir die Dosis auf eine ganze Tablette (10mg erhöht). Jetzt hoffe ich, dass die anfänglichen Nebenwirkungen sich nicht einstellen...Wir gehen gemeinsam mit unserem Arzt sehr langsam ran, mit einer geringen Dosis, die nur sehr langsam gesteigert wird, um wirklich die für Benny richtige Dosierung zu finden.

Nun bin ich gespannt, wie die nächsten Wochen verlaufen.

Euch ein schönes Wochenende!

Kommentare:

Sonja hat gesagt…

Liebe Birgit,
ich wünsche Euch - ganz besonders natürlich Benny - alles Gute und dass er bald erfolgreich und ohne Nebenwirkungen aus der negativen Spirale herausfindet!
Fühlt Euch ganz dolle geknuddelt!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Sonja

Sabine hat gesagt…

Ich drück ganz doll die Daumen, dass ihr das hinbekommt.
LG Sabine

Katrin hat gesagt…

Liebe Birgit,

ich wünsche euch, dass ihr keine Nebenwirkungen bekommt.
Ich selber würde meinem Kind nie wieder Methylphenidad geben. Nicht mal eine halbe Tablette.
Mein Sohn hat innerhalb des guten halben Jahres, in dem er MPH genommen hat, 3 kg abgenommen, oft Kopf- und Bauchschmerzen gehabt, Schlaflosigkeit (manchmal erst um 23 Uhr eingeschlafen), Appetitlosigkeit und....er hat Tics bekommen. Es fing mit Augenrollen an. Er hat den ganzen Tag mit den Augen gerollt. Nach sofortigem Absetzen von MPH ging das Augenrollen weg aber es sind andere Tics gekommen und die sind so schlimm geworden, dass wir befürchten, dass er das Tourette-Syndrom haben könnte (steht auch unter möglichen Nebenwirkungen im Beipackzettel). Die Ärzte können die Diagnose noch nicht stellen. Tourette wird dann diagnostiziert, wenn die Tics über einen Zeitraum von einem Jahr bestehen bleiben.
Es ist schlimm, sein Kind so zucken zu sehen. Dann lieber die Probleme mit ADHS. Wenn ich das vorher gewusst hätte..... und dabei fing es so gut an. In den ersten Wochen hatte er noch keine Nebenwirkungen.

Aber das sind unsere persönlichen Erfahrungen und ich schreibe das nicht, um Dir abzuraten oder Dir Angst zu machen. Aber sei wachsam. Es kann gut gehen aber es kann auch so wie bei uns enden. Und ich wünsche es keiner Mutter, zu sehen, wie das Kind zusätzlich zum ADHS auch noch Tics bekommt.
Und selbst wenn es nicht Tourette ist, so scheint er unter den Medikamenten dennoch so unter Druck gestanden zu haben, dass diese Tics kamen.

Wir haben ja auch mit MPH angefangen, weil es in der Schule so schlecht lief und die Schule uns auch mehr und mehr unter Druck gesetzte hat. Unser Sohn geriet auch in so eine Abseitsstellung und wir waren einfach verzweifelt.

Als wir MPH abgesetzt haben, war ich so entsetzt von den Nebenwirkungen, dass ich eine unglaubliche Stärke hatte und der Lehrerin ganz ruhig und bestimmend gesagt habe, dass ich entschieden habe, dass es eine andere Lösung als die Medikamente geben muss.

MPH ist ja sowieso keine endgülitge Lösung. Es bekämpft die Sympthome aber nicht die Ursache.

Wir sind in einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Behandlung und die haben uns dann eine mindestens 3monatige teilstationäre Verhaltenstherapie angeboten. Es war ein langwieriges Aufnahmeverfahren und wir standen einige Monate auf der Warteliste, weil es nur 10 Therapieplätze in der Klinik gibt. Aber jetzt hat die Therapie vor zwei Wochen begonnen und es ist das Beste, was wir tun konnten. Unser Sohn fühlt sich so wohl da. Dort darf er sein, wie er will und wird nicht dafür verurteilt oder falsch behandelt. Das nimmt ihm unglaublich den Druck und er ist im Moment sehr befreit. Und es wird genau geguckt und beobachtet und dann wird gezielt therapiert und wir merken nach den zwei Wochen schon eine Veränderung und zwar eine Veränderung an der Wurzel des ADHS.
Ich kann das wirklich jedem nur empfehlen.

Ich wünsche euch trotzdem, dass das MPH bei euch gut und ohne Nebenwirkungen wirkt und es besser klappt. Hat denn der Arzt eine begleitende Therapie vorgeschlagen? In der Tagesklinik hätten sie das MPH gar nicht verschrieben, wenn wir nicht gleichzeitig therapeutischen Maßnahmen zugestimmt hätten, eben weil das MPH nur die Sympthome behandelt, aber nicht die Ursache.

Ganz liebe Grüße
Katrin

Katrin hat gesagt…

Ach so...ich wollte noch erklären, was teilstationär bedeutet. Er schläft dort nicht. Er wird morgens abgeholt, geht dann in der Tagesklinik in die Schule und ist dann bis um 16 Uhr dort. Er hat dort verschiedene Therapien, unter anderem Ergotherapie, Verhaltenstherapie, Entspannungstherapie, Gesprächstherapie, etc..

Sociable

Homepage-Besucherzähler