Montag, 28. Oktober 2013

Laufen für Anfänger...

... wird in vielen Büchern oder auf einschlägigen Webseiten in etwa so beschrieben:

"Mit ein bisschen gutem Willen, einem Funken Motivation und mit meinem praktischen Trainingsplan werden Sie schnell Freude am Laufen haben – und schon ist es ganz einfach für Sie, sich gesund und fit zu halten."

Es wird auch viel von den ausgeschütteten Endorphinen geschrieben, den Glückshormonen, dem sogenannten "Runners High"....

Auch betonen viele Artikel und Autoren, wie schnell eine Verbesserung des Trainingszustandes erreicht wird und ratz-fatz könnte man die ersten Kilometer in einer Zeit von 7-8 Km/h zusammenhängend joggen.... und sich dabei dann auch noch locker mit seinem Trainingspartner unterhalten....

Hört sich alles easy-peasy an.... Aber... die Wirklichkeit ist doch eine ganz andere...

Hat man, so wie ich, in den letzten Monaten nur sehr bedingt Sport gemacht, ist übergewichtig (auch das noch...), so pfeifft man bei den ersten Läufen schon nach wenigen Metern aus dem letzten Loch und sieht aus, als müsste jeden Moment der Krankenwagen zu Reanimation anrücken... Von lockerem Dauerlauf und einem netten Gespräch kann hier erst einmal gar nicht die Rede sein.... Und selbst, wenn man dann nach den ersten und regelmäßig absolvierten Kilometern weiter am Ball bleibt, so stellt sich doch ein sogenannter Trainingserfolg erst sehr schleppend ein, denn Knie, Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem passen sich nur sehr langsam diesen neuen Herausforderungen an, die da so plötzlich über den Körper "hereinbrechen".... Hat man doch bisher ruhig und bequem sein tägliches Leben geniessen können...  Die meisten Trainingspläne für LAUFEINSTEIGER, die man so im Internet findet, hätte ich im Leben nicht geschafft.... Ich weiss gar nicht, wer sich so etwas ausdenkt....

Das, was man in der Anfangszeit beim Laufen braucht, ist eines und zwar... DURCHHALTEVERMÖGEN... nicht aufgeben, sondern weiter laufen... auch wenn es zum Teil entmutigend ist, dass sich in den ersten Wochen nur sehr langsame und kleine Erfolge einstellen...Immer wieder aufs neue die Laufschuhe anziehen und sich nicht runterziehen lassen, wenn die Gehpausen die Laufphasen überwiegen und die gelaufenen Meter (von Kilometern will ich erst mal gar nicht sprechen...) immer noch mit hochrotem Kopf und schnaufend wie eine Dampflokomotive zurückgelegt werden.... Sein eigenes Tempo finden, sich nicht unter Druck setzen, sondern auf sich und seinen Körper hören sind das aller, aller Wichtigste!

Ich laufe jetzt seit Ende August, habe 162 km in 21,5 Stunden zurückgelegt und dabei 15169 Kalorien verbraucht. Ich bin am Anfang 5 km in 46-48 Minuten gelaufen. Jetzt, nach über 9 Wochen mit drei Laufeinheiten in der Woche, habe ich es heute das erste Mal in 40 Minuten geschafft. Ich muss immer noch Gehpausen einlegen, aber diese sind weniger geworden und kürzer... Trotzdem bleibe ich am Ball! Denn... es geht mir körperlich viel besser und auch die Knie haben endlich eingesehen, das ein weiteres Aufmucken nichts bringt und schmerzen seit einigen Wochen gar nicht mehr... Auch seelisch hilft das Laufen, wenn man z.B. nach zwei Stunden Mathehausaufgaben mit dem Lieblingssohn fast die Wände vor Verzweiflung hoch gehen möchte.... eine kleine Joggingrunde lässt einen wieder die nötige Balance und den nötigen Abstand finden....

Und hoffnungsvoll habe ich vor einigen Tagen im Netz gelesen, dass man diese schwierige Anfangszeit beim Laufen nie wieder in seinem Leben durchmachen muss, selbst dann nicht wenn man einmal eine längere Zeit pausieren sollte....

Also... Laufschuhe an....

und weiter geht es... wenn auch immer noch mit Gehpausen *g*

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